Eisbaden: Warum sich der Gang ins kalte Wasser lohnt!

 

Eisbaden: Warum sich der Gang ins kalte Wasser lohnt!

18. 12. 2021 502√ó
Tipps f√ľr Sport & Training

Eisbaden liegt schon längere Zeit im Trend. Ob Profisportler, Model oder Influencer, immer mehr Menschen preisen die gesundheitsfördernde und euphorisierende Wirkung des kalten Wassers. Eisbaden, auch Winterbaden genannt, soll die Immunität stärken und zu einer schnelleren Regeneration der Muskeln beitragen. Doch was hat es mit dem Trend auf sich? Worauf sollte man beim Eisbaden achten? Und wann sollte man es lieber sein lassen?

Eisbaden stärkt die Immunität und trägt zu einer schnelleren Regeneration der Muskeln bei.

Jahrhundertelange Tradition

Das Eisbaden geht wohl bereits auf die Indogermanen zur√ľck. Der √úberlieferung nach sollen zum Jahresende b√∂se Geister und Kobolde ihr Unwesen auf der Erde getrieben haben. Durch den Sprung ins kalte Wasser sollten diese vertrieben werden. In der orthodoxen Kirche ist das Eisbaden am Dreik√∂nigstag ein festes Ritual und erinnert an die Taufe Jesu im Jordan. Die Gl√§ubigen waschen sich durch das Eisbad von ihren S√ľnden frei. Doch jedes Ritual verfolgt bekanntlich auch einen praktischen Zweck.

Eisbaden: eine Form der Kryotherapie

Das Eisbad z√§hlt zu einer Form der Kryotherapie. Das Wort kryo stammt aus dem Griechischen und bedeutet ‚Äěkalt‚Äú. Kryotherapie ist eine medizinische Behandlungsform mittels K√§lte, die bereits seit der Antike eingesetzt wird. Gro√üe Popularit√§t gewann die Kryotherapie in der Behandlung von Krankheiten vor allem durch Vincenz Prie√ünitz und Sebastian Kneipp. In neuerer Zeit hat die Sportmedizin die Kryotherapie f√ľr sich entdeckt. Dabei kommt K√§lte nicht nur bei Verletzungen, wie z.B. zur K√ľhlung von Schwellungen, zum Einsatz. Viele Sportler schw√∂ren nach einem anstrengenden Training aufs Eisbad. Es soll Muskelkater vermeiden und die Muskeln schneller regenerieren lassen. W√§hrend Cristiano Ronaldo dazu in die Kryosauna steigt, macht Wim Hof vor, dass es auch einfacher geht: durch den Gang ins eiskalte Wasser. Der niederl√§ndische Extremsportler Hof trug zuletzt ma√ügeblich zum neuen Trend Eisbaden bei. K√§lte bildet gemeinsam mit Atmung und mentalem Training eine der drei S√§ulen der inzwischen legend√§ren Wim-Hof-Methode. Doch was genau bewirkt K√§lte in unserem K√∂rper?

Das Eisbad ist eine Form der Kryotherapie.

Wie reagiert der Körper aufs Eisbad?

K√§lte stellt einen starken Temperaturreiz dar. Durch die pl√∂tzlich einsetzende K√§lte ziehen sich die Gef√§√üe an der K√∂rperoberfl√§che zusammen. Um lebenswichtige Organe zu sch√ľtzen, pumpt der K√∂rper das Blut von den Gliedma√üen zur K√∂rpermitte. Es kommt zu einer Aktivierung des Sympathikus. Der K√∂rper sch√ľttet Adrenalin, Dopamin, Endorphine sowie entz√ľndungshemmende Kortikoide aus. Die Muskelspannung erh√∂ht sich und der Blutdruck steigt. Durch den erh√∂hten Druck werden Abfallprodukte und Milchs√§ure aus den Muskeln gepumpt. Um den Temperaturunterschied auszugleichen, beginnt der K√∂rper gleichzeitig, W√§rme zu produzieren. Dabei werden braune Fettzellen aktiviert und Energie in W√§rme freigesetzt. Die Gef√§√üe weiten sich wieder und das Blut kann schneller zirkulieren.

Positive Effekte des Eisbads

Das Eisbad kurbelt den Stoffwechsel an. Die Durchblutung wird angeregt und es kommt zu einer erh√∂hten Produktion von wei√üen Blutk√∂rperchen. Die st√§rken u.a. die k√∂rpereigene Abwehr. Das Eisbad hat aber nicht nur positive Effekte auf unser Immun- und Herz-Kreislauf-System, sondern auch auf das Bindegewebe und die Muskulatur. Durch die verst√§rkte Durchblutung wird das Bindegewebe gestrafft. Ein Eisbad nach einem anstrengenden Training lindert Schmerzen, beugt Muskelkater vor und erh√∂ht die Regenerationsf√§higkeit. Dar√ľber hinaus hat das Eisbad aber auch positive Effekte auf unsere Psyche. Viele Menschen empfinden, eine Art Euphorie, nachdem sie aus dem Wasser steigen, was mit der Aussch√ľttung von Endorphinen zusammenh√§ngt. Und noch mehrere Stunden nach dem Eisbad werden in unserem K√∂rper Gl√ľckshormone freigesetzt. Das f√ľhrt auch zum Abbau von Angst und Stress und kann depressive Verstimmungen lindern. Schlie√ülich soll das Eisbad so die k√∂rperliche und geistige Leistungsf√§higkeit steigern und auch die Schlafqualit√§t verbessern.

Mit Wechselduschen oder Kaltduschen beginnen.

Das sollte man beim Eisbaden beachten

Da ein Temperatursturz eine Schockreaktion in unserem K√∂rper ausl√∂st, sollte man es langsam angehen lassen und den K√∂rper an die K√§lte gew√∂hnen. Dazu eignen sich Wechselduschen oder kalte Duschen. Dabei sollte man tief und bewusst atmen und das Intervall des Kaltduschens mit jedem Mal leicht steigern. Entscheidet man sich schlie√ülich zum Eisbad im Freien, sollte man sich davor auf jeden Fall aufw√§rmen. Dazu eignen sich z.B. Hopsa-Lauf oder Armkreisen. Danach langsam bis zur Brust ins Wasser gehen und bewusst atmen. Da die K√§lte einen Schockzustand in unserem K√∂rper ausl√∂st, sollte man nie alleine baden gehen. Zudem sollte man sich nicht l√§nger als wenige Sekunden bzw. Minuten im Wasser aufhalten. Auf keinen Fall den Kopf untertauchen. Nach dem Eisbad schnell warm anziehen und erneut aufw√§rmen. So reduziert man die Gefahr einer Unterk√ľhlung.

Eisbaden: Risiken und Gefahren

Bei allen positiven Effekten birgt das Eisbad auch einige Gefahren. F√ľr Personen mit Bluthochdruck, Herz- oder Gef√§√üerkrankungen oder Diabetes kann es sogar lebensgef√§hrlich sein, da beim Gang ins kalte Wasser kurzfristig der Blutdruck steigt. Diesen Personen ist deshalb strikt vom Eisbad abzuraten. Absolute Voraussetzung ist ein gesunder Kreislauf. Lassen Sie sich deshalb bei Zweifeln lieber von einem Arzt durchchecken. Und auch f√ľr gesunde Personen gilt: Nie ins Wasser springen, langsam ins Wasser gehen, sonst droht ein K√§lteschock. Und nicht vergessen: tief ein- und ausatmen.

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